Liebe kann in verschiedenen Facetten vorkommen. Der Versuch einer Definition ist zumeist unzureichend, jedoch sind es oft familiäre, freundschaftliche oder romantische Intentionen, welche der Auslöser für die Beziehung sind.

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21 Jahre Berlin-München: „verbunden und frei, liebevoll und heiter, kreativ und klar“

Wunderbare neue Liebesobjekte! Hin- und Her-Bücher

 

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„Ich lebe in Berlin und mein Mann in München. Seit 21 Jahren. In den Jahren 2002 und 2003 haben wir uns Karten geschrieben, die ich zu 2 Hin-und Her-Büchern gebunden habe.“

„Im Oktober vor 21 Jahren traf ich mich zum ersten Mal mit Wolfgang in München auf seinem Balkon. Wir verliebten uns, und nach einigen Wochen hatten wir beide den Wunsch zusammenzubleiben. Aber ich wollte in Berlin bleiben, er in München. Ich zog aus meiner WG aus und in eine eigene Wohnung in Berlin. Wir verbrachten einige Zeit gemeinsam in Berlin oder München und dazwischen hatten wir immer wieder Zeit für uns allein. Und wir beschlossen, darüber zu reden, wenn es nicht mehr funktioniert, das Stichwort würde „Frankenwald“ sein, die Mitte zwischen Berlin und München.

Nach 10 Jahren haben wir am 10.10. in Berlin geheiratet und erst dort und dann in München gefeiert.

Bis heute leben wir sehr glücklich und zufrieden an beiden Orten nach dem Motto, das wir uns bei der Hochzeit gegeben haben: „verbunden und frei, liebevoll und heiter, kreativ und klar“.

In den Jahren 2002 und 2003 haben wir uns Doppelkarten in Briefformat geschnitten und hin- und hergeschickt mit Texten, Gedichten, Bildern, Fotos. Daraus habe ich später die zwei Bücher gebunden.“

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Seiten aus dem Hin- und Her-Buch: „Nord- und Südbett – Wieder allein und doch zu zwein“

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Auszug aus dem Hin- und Her-Buch: „Ich komme!“

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Seiten aus dem Hin- und Her-Buch: „neben einander, bei einander, zu einander, miteinander, durcheinander, untereinander, übereinander, umeinander, aufeinander, auseinander, umeinander, hintereinander“

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Was für eine wunderbare lange währende Liebesgeschichte …

Schöne, geruhsame, friedliche Weihnachtstage wünscht Ihre/Eure Luise Loué

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Siri Berlin: Kunst, durch Liebe inspiriert

Siri Berlin: „Wortkollisionen – Unvollkommen, voller Schönheit“

Im Dezember 2015 befand sich Siri Berlin mal wieder im Zustand der endgültigen Trennung von ihrer großen Liebe, dem norwegischen Komponisten H.O.
In Verzweiflung und Trauer kreierte die Künstlerin mehrere Werke, um ihren Gefühlen wieder Herrin zu werden. Unter anderem schrieb sie

in 12 Stunden 4,1-mal die Abschieds-E-Mail ihrer großen Liebe ab,

bis die Leere (Fläche) gefüllt war. Und zwar mit einem Pinsel. Weiße Schrift auf dunkelblauem Grund.

Die Wortcollage entstand in der gleichen Zeit.

Im Juni 2016 fand nach kürzlicher Wiedervereinigung die nächste endgültige Trennung statt. Fieberhaft suchte die Künstlerin nach der Collage und klebte sie als endgültige Antwort auf die 4,1-fach abgeschriebene Abschieds-E-Mail. Das eindeutige Liebesobjekt wurde als Leihgabe an Luise Loué übergeben und ist damit Teil der Sammlung.

 

Liebe ist Siri Berlin Sammlung Liebe-2

Mixed Media auf MDF (Acryl & Collage), Maße: 80×60 cm, Dezember 2015 – Juni 2016


Wortkollisionen – Unvollkommen, voller Schönheit

Das Bild „Wortkollisionen – Unvollkommen, voller Schönheit“ erzählt mit fast zu vielen Worten die Geschichte einer unerhörten Liebe.
Unerhört künstlerisch.
Unerhört erotisch.
Unerhört intensiv.
Unerhört eben.

Siri Berlin über ihre Kunst:

„In meiner Malerei bin ich vor allem an der Darstellung von Menschen und ihren Beziehungen zueinander interessiert. Mich interessiert besonders die manchmal heilende und glückselig-machende und manchmal so unerträglich schmerzhafte Beziehung und zwischen Mann und Frau.

Zudem interessiert mich die Beziehung des Menschen zu sich selbst und was es braucht, um das eigene Original leben zu können. Die Beziehung des Menschen zu sich selbst geht für mich fließend in das Thema Spiritualität über, welches mein drittes Thema ist.

Mit meiner Kunst möchte ich Menschen berühren und inspirieren. Vielleicht auch dazu, die Beziehung zu sich selbst und zueinander wieder aufzunehmen.“

Homepage: www.siriberlin.de
Facebook: https://www.facebook.com/profile.php?id=100008476652035

Siri Berlin_Abschied

Das Werk ist noch bis zum 31.10.2016 im Museum der Liebesobjekte, Milchstraße 4, 81667 München-Haidhausen zu besichtigen.

Vergesst die Liebe nicht!

Luise

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50 Gründe Dich zu lieben

50 Gründe, Dich zu mögen und zu lieben

Gisela verfasst nach 22 Jahren ehe 50 Gründe, warum ihr Mann es wert ist gemocht und geliebt zu werden. Das Geschenk hielten beide seither in Ehren.

1993 wurde mein Mann 50. Ich wollte ihm etwas Individuelles schenken. Also dachte ich mir, schenke ich ihm 50 Herzen – „50 Gründe, Dich zu lieben und zu mögen“.

Die ersten 30 Gründe waren sehr einfach, doch dann! In Etappen ging es weiter. Bei 42 war ich am Verzagen und fragte im Bekannten- und Freundeskreis, ich hatte alles schon.

Letztendlich ist es mir gelungen und mein Mann hat es bis heute verwahrt. Nun ist er 73 und wir möchten nicht, dass es im Müll landet, deswegen soll es in ihr tolles Museum (mein Mann hat sich zu einer Abgabe durchgerungen).
Wenn ich mich nicht irre, hat Mario Simmel das Buch geschrieben: „Liebe ist nur ein Wort“. Das war für mich immer so, denn:

Zu einer guten Ehe gehören nicht nur die Schmetterlinge im Bauch, sondern auch Verständnis, Zusammenhalt, gegenseitiges Kümmern, gegenseitiges Sorgen, zusammen Lachen, zusammen Weinen, füreinander da sein, sich streiten, sich gegenseitig Zeit geben, gut kochen, somit gut essen und vieles mehr.

Wir sind seit Januar 1971 verheiratet (45 Jahre) und haben viele Höhen und Tiefen erlebt. Das macht auch stark.

Also was bedeutet das Wort Liebe?

Ich denke, wenn man jeden Tag einen glücklichen Moment erlebt!!!

 

Gisela Michaelsen, Teddymacherin aus dem Teddyhuus von Büsum, ich unterrichte das auch und damit macht man Menschen glücklich. In den letzten Jahren haben fast 800 Besucher ihren individuellen Teddy oder ihr Tier bei mir gefertigt. Es ist eine große Liebe, das vermitteln zu können.

Liebe Grüße aus Büsum von der Nordsee (www.teddyhuus.de)

 

 

50 Gründe gesamt

50 Gründe, „Dich zu mögen und zu lieben“, Foto: Luise Loué

weil Du lieb bist_klein

Einer von 50 Gründen, „Dich zu mögen und zu lieben“, Foto: Estelle Vallender

Luise Loué voller Danke für diese Leihgabe

Ich möchte mich ganz herzlich bei den Eheleuten Michaelsen für ihre wunderbare Gabe bedanken, die eine sehr große Bereicherung für das Museum der Liebesobjekte ist. Dieses Geschenk ist LIEBE, jedes einzelne Herz transportiert Liebe und die 50 Gründe sind ganz wunderbar …

Ich gratuliere Ihnen zu Ihrer langen und gelungenen Ehe!
Luise

Vergesst die Liebe nicht! 

 

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Our Last Breakfast

Wie alles enden kann: Our Last Breakfast

Our Last Breakfast zeigt wie alles Enden kann: zerbrochene Teller als Symbol für eine gescheiterte Beziehung

Liebesobjekt - Vergesst die Liebe nicht - Our Last Breakfast

Zerbrochene Teller, Foto /copyright: Alessandra Schellnegger

„Unser letztes Frühstück.“
Anonym dem Museum überlassen.

 

Hast Du / Haben Sie auch noch Erinnerungsstücke und Du weisst nicht / Sie wissen nicht, was tun damit?

Erzählen Sie Ihre Geschichte und stellen Sie Ihr Liebesobjekt* in meinem Museum aus!

Ich möchte zeigen, wie die Liebe wirklich ist, wie sie gelebt wird – die echte, reale Liebe und nicht die, die uns in Film & Fernsehen gezeigt wird.

Mach mit! Wie? Hier

Vergesst die Liebe nicht!

Luise Loué

 

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Knicklicht

Jpeg

Das Licht

Cristin, 20 J.:

Das Licht

Es war der 4. September, als ich unüblicherweise einen öffentlichen Facebook-Post kommentierte. Er gab meinem Kommentar einen Daumen nach oben, also sah ich mir sein Profil an. Er war hübsch, nichts Besonderes, trug einen Bart, der mich störte, hatte dunkles Haar, war groß und breit. Das komplette Gegenteil von meinem idealisierten Traummann. Bloß der Name … sein Name packte mich gleich. Ich hauchte ihn in mein Handydisplay und wiederholte ihn unzählige Male. …

Dennoch, optisch gefiel er mir eben nicht. Also wollte ich das Profil verlassen, als ich ihm versehentlich eine Freundschaftsanfrage sendete. Ich überlegte kurz, ob ich es rückgängig machen sollte, doch ich entschied mich dagegen. Sag niemals nie.

Kurz darauf folgte die erste Nachricht, 10 Minuten später hatten wir unsere Nummern ausgetauscht. Es passte alles und es passte gar nichts. Er war charmant, süß, lieb und gleichzeitig für meinen Geschmack zu dramatisch, zu anhänglich, zu draufgängerisch. Es dauerte dennoch nicht lange, bis er jeden Morgen zu meinem ersten Gedanken wurde und jeden Abend zu meinem letzten. Seine Stimme war unglaublich intensiv. Ab der allerersten Sprachnachricht auf Whatsapp wusste ich, dass ich diese Stimme bis an mein Lebensende lieben würde. Sie war tief, kontrolliert, unglaublich vertrauensvoll.

Jedes seiner Worte berieselte mich wie glitzernder Feenstaub, kroch unter meine Haut und verursachte eine angenehme, wunderbare Gänsehaut.

Dennoch, obwohl wir uns noch gar nicht kannten, nie gesehen hatten, stritten wir viel, waren nie einer Meinung und trotzdem hörte er nie auf zu schreiben. Und auch ich hörte nie auf zu schreiben. Ich wollte ihn. Und ich wollte ihn nicht.

Ich traf ihn das erste Mal auf dem Lichterfest. Jeder trug dort Knicklichter als Armband. Ich hatte keins, also gab er mir seins. Er gefiel mir nicht. Und ich gefiel ihm nicht. Wir trafen uns trotzdem weiter. Es war immer seltsam. Wir waren uns unglaublich nahe und doch meilenweit voneinander entfernt. Einmal saßen wir abends in der Stadt auf einer Mauer, als ein Obdachloser vorbei schlenderte, uns ansah und melancholisch sagte: „Ach muss Liebe schön sein.“ Er sagte das, obwohl wir bloß nebeneinander saßen, kaum miteinander sprachen und uns auch nicht berührten. Es war etwas Magisches zwischen uns. Es bedurfte keiner Worte, wir sprachen mit den Augen. Und in seinen sah ich immerzu Unaufrichtigkeit.

Ich liebte alles an ihm und gleichzeitig hasste ich so Vieles!

Niemals zuvor hatte ich solch unglaubliche Augen gesehen. Sie waren von einem leuchtenden Jadegrün, das jeden Smaragd hätte alt aussehen lassen. In ihnen leuchtete das Leben, leuchtete die Sonne. Aber der Ausdruck, der war stets traurig. Niemals zuvor hatte ich ein solches Lächeln gesehen. Es ließ meine Knie weich werden. Neben ihm fühlte ich mich ganz klein und schwach. Und trotzdem, all dies konnte ich ihm nie sagen. Ich wusste, er würde mir weh tun, ich konnte mich ihm nicht hingeben, weil irgendwas falsch war, obwohl es so wunderbar war. Ich wollte ihn nahe bei mir, aber mit großem Sicherheitsabstand.

Und irgendwann küssten wir uns. Es war magisch, explosiv, wundervoll. Nie wieder wollte ich diese weichen, vollen Lippen missen. Nie wieder ohne seine Küsse leben. Unser erster Kuss … das erste Mal, dass ich in seinen grünen Augen aufrichtige Freude aufblitzen sah. Er schlug die Hände vors Gesicht, wie ein kleines Kind, das sich über alle Maßen über ein Geschenk freut.

Und trotzdem. Alles ging schief. Und niemals konnte ich ihm all die Dinge sagen, die ich fühlte, weil ich zu große Angst hatte, den Sicherheitsabstand zu verringern. Zu große Furcht davor, Schwäche zu zeigen und mich verletzbar zu machen. Alles ging schief und er wird niemals erfahren, wie sehr ich ihn liebte. Wie sehr ich ihn noch immer liebe und wie sehr ich litt und immer noch leide. Immerzu frage ich mich „war dies Liebe?“ Immerzu frage ich mich: „Hat auch er so empfunden?“ Ich habe eine Million Fragen, doch nur auf diese eine, habe ich eine Antwort: „War es den Schmerz wert?“ Ja, denn ich weiß nun, wie sich bedingungslose Liebe anfühlt: herzzerreißend, schwach, erschöpft, kalt, wütend, dramatisch, verwirrend, unerträglich und gleichzeitig wundervoll, magisch, fesselnd, warm, explosiv, behaglich, schützend, und liebevoll.

Ich kann aber nichts dagegen tun – gegen diesen beinahe unerträglichen Schmerz, der sich mit der monotonen Gleichgültigkeit abwechselt. Ich kann nichts weiter tun als hier zu liegen, Johnny Cash’s „Hurt“ zu hören, dessen Stimme mich an seine erinnert, während er singt „I hurt myself today, to see if i still feel. I focus on the pain, the only thing that’s real.“, leise seinen Namen vor mich her zu murmeln und auf das Knicklicht zu starren, das längst all seine Leuchtkraft verloren hat.

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Liebesobjekt Fenchel mit geschmiedetem Amorpfeil

Webseite Liebesobjekte Fenchel story

Amorpfeil in Fenchel. Foto: Luise Loué

Luise Loué: [Zweiwöchiger Urlaub in den Tiroler Bergen, Ende April.] 

Wir hatten Pech: Es regnete in Strömen, tagelang. Wir schliefen unglaublich viel – doch nicht miteinander. Wir rätselten, woran dies so plötzlich liegen konnte, und kamen schließlich auf Folgendes:

Schuld war der Fenchel!

Er musste libidosenkende Inhaltsstoffe enthalten. Wir hatten enorm viel zu uns genommen: gebraten, roh, als Salat etc.

Nach unserem Urlaub ließ ich einen Amorpfeil schmieden, durchbohrte damit einen Fenchel, der wie ein anatomisches Herz aussieht, und schenkte das kleine Kunstwerk meinem Freund. Ich wollte ihm signalisieren, dass ich ihn ‚trotz dem’ liebte und wir schließlich viele andere Austauschmöglichkeiten hatten.

 

Epilog: Es sollte unsere letzte gemeinsame Reise sein. Wir waren noch ein halbes Jahr zusammen. Wahrscheinlich hatte er mich schon vor dem Urlaub betrogen.

 

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Was bleibt – Eineinhalb Jahre Beziehung

Was bleibt nach einer Beziehung

Collage, verschiedene Materialien. 160 x 65 cm, 2009
Foto: Ekaterina Skerleva

„Monster“ (Spitzname ), 32 Jahre:

  • Getragenes T-Shirt und Schlafanzughose, ein Paar Socken und seine Zahnbürste
  • Verbindungsübersicht Simyo: Dokumentation, dass wir mehrmals täglich und lange telefonierten, 1523 Minuten im Oktober 2007
  • Verbindungsübersicht Telekom 2008: aus seinem Briefkasten gefischt, um die Nummern zu überprüfen, mit denen er regelmäßig Kontakt hielt
  • Supermarktrechnung Unicoop Follonica/Toscana, 8.5.07: ein Traumurlaub
  • Supermarktrechnung Unicoop Follonica/Toscana, 17.3.08: ambivalent. Wir stritten viel
  • Packpapier: Die Trennung. Er schickte mir alles, was ich noch bei ihm hatte, an meinen Arbeitsplatz
  • Geschenk an mich nach einer Versöhnung: Zwei identische Holzpferde als Symbol für uns
  • Buchseiten John Irving: Er hatte auffallend viele Geschenke von „einer Bekannten“ zu seinem 40. Geburtstag erhalten. Er leugnete einen näheren Kontakt zu ihr. Ich war trotz seiner Beteuerungen wahnsinnig vor Eifersucht und zerriss das Buch. Später stellte sich heraus, dass er genau mit dieser Frau eine Affäre hatte
  • Gedicht von ihm für mich
  • Liebesbekenntnis auf Serviette, 19.7.07
  • Er verewigte unsere Initialen „A+S“ auf Zetteln, Gegenständen, Bäumen …
  • Bierdeckel: Kurzurlaub in Salzburg, unser Einjähriges gefeiert
  • Roter Osterhase aus Zuckerguss: sein erstes Geschenk an mich, Ostern 2007
  • Zigarettenpackung: Ich kann mich noch heute an seinen speziellen Körpergeruch vermischt mit Rauch erinnern
  • Kinderfoto von ihm: Ich hatte mich sofort in dieses Foto und in den kleinen süßen Jungen verliebt
  • Halswehtabletten: Ich war viel krank während unserer Beziehung. Dies hörte schlagartig auf, als wir uns getrennt hatten
  • Monster (Zeitungsschlagzeilen): unsere Spitznamen
  • „Chantal“-Schlüsselanhänger: Geschenk an mich, nie benutzt, Hintergrund nicht verstanden
  • Vibrator: Geschenk von ihm, unbenutzt
  • Lipgloss: Mitbringsel für mich von einer Reise: Ich hatte nie verstanden, warum gerade Schminke
  • Puschelblumen: sehr intimer Moment in Italien
  • „TROTZIG   VERSCHLOSSEN   UNSENSIBEL“ – Er? Ich? (Zusammenhang vergessen)
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Bademantel geht ins Museum

Bademantel

Bademantel „besana“, 100 % Baumwolle

Das Ende einer Liebe und was bleibt: Was tun mit dem Bademantel?

Ich habe es beschlossen: Mein Bademantel geht ins Museum.

Hier ist seine Geschichte:

Wir trafen uns am 24.12.2007 vormittags bei ihm und übergaben uns die Geschenke. Ich bekam diesen Bademantel von ihm. Ich freute mich, da ich mir einen gewünscht hatte.

Wir waren seit 10 Monaten zusammen, er hatte mich nicht gefragt, ob ich mit ihm und seiner Familie Weihnachten verbringen wolle. Ich tat cool und erzählte ihm, dass ich den Abend bei Freunden wäre. In Wahrheit fühlte ich mich unsicher, hätte gerne mit ihm gefeiert, hatte alle Einladungen abgesagt und verbrachte den Weihnachtsabend schließlich allein (war gut!).

Heute, acht Jahre später, würde ich so Einiges anders machen: 1. Zu meinen Gefühlen stehen, sie ausdrücken und Wünsche äußern. Ich hätte ihn also gefragt, ob wir nicht zusammen feiern wollten. Ich hätte weiter erkundet, warum er es nicht wollte. 2. ist es heute ganz klar für mich: Will man Weihnachten nicht zusammen verbringen, liebt man nicht. Punkt.

Unsere Beziehung schaffte es nicht bis zum nächsten Weihnachtsfest. An dem Bademantel hing ich in Folge sehr und trug ihn weiterhin. Irgendwann hatte ich eine Affäre. Eines Morgens stand der Mann in Meinemseinemunserem-Bademantel im Bad und erschrak fürchterlich. Aufschreiend und gestikulierend machte ich ihm klar, dass er sich sofort des Bademantels zu entledigen hatte. Es war unerträglich für mich, ihn darin zu sehen.

Erst Jahre später durfte ein anderer Mann diesen Bademantel tragen. Als wir uns besser kannten, teilte er mir mit, dass ihm mein Bademantel überhaupt nicht gefalle (ohne die Geschichte zu kennen).

Sollte ich seine Geschichte aufschreiben und in die Tasche stecken, damit der nächste Träger Bescheid weiß?

Seine unbändige Magie hat mein Bademantel inzwischen für mich verloren. Acht Jahre habe ich ihn nun täglich getragen. Dieses Kleidungsstück trägt so viele Geschichten, Tränen, Freude und vier Körper in sich. Wo würde er hinkommen, würde ich ihn in die Altkleidersammlung geben? Nach Afrika? Auf den Kleider-Wühltisch der Kirche? Von einer Flüchtlingsfrau weitergetragen?

Ich habe mich entschieden, Meinenseinenunseren-Bademantel ins Museum zu schicken, ins Museum of Broken Relationships nach Zagreb. Das Museum sammelt Gegenstände aus beendeten Beziehungen und stellt sie in Wanderausstellungen aus.

It will arrive soon!

Best regards,

Luise

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Weihnachtszeit – Adventskalenderzeit

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Adventskalender: Holzplatte mit Wäscheklammern. Zettel werden von meiner Partnerin und mir im Wechsel jeden Tag gewählt. 50 x 25 cm.

Ein neues Liebesobjekt hat mich erreicht von Roland, 59 Jahre:

„Der Gedanke für den ‚etwas anderen Adventskalender‘ kam mir vor ein paar Tagen. Mit ihm möchte ich mein / unser momentanes Gefühl wieder- und weitergeben an die, die ähnlich fühlen und denken: Ich habe die Frau meines Lebens vor zehn Monaten kennengelernt, nach langen Jahren des Wartens und der Hoffnung. Weil die Liebe wunderschön ist, möchte ich sie teilen in dem Bewusstsein, dass Liebe, Vertrauen, gemeinsames Glück (auch aller Menschen auf unserer Erde), etwas Kostbares und Besonderes sind.

Wir sind eine Gesellschaft des „Nehmens“ geworden. Ich möchte etwas geben, das von Herzen kommt. Es gibt Adventskalender mit Schokolade gefüllt, die man herausnehmen und essen kann. Mein, bzw. unser Kalender erhält bis zum 24. Dezember jeden Tag einen kleinen Zettel mit dem, was wie uns wünschen und was wir gemeinsam erlebt haben.

Für uns und alle Menschen, die den Frieden und die Liebe leben wollen.“

Liebesobjekte & ihre Geschichten wünscht Roland und seiner Partnerin alles alles Gute!

Weitere Zettel des Adventskalenders können auf der Facebook-Seite verfolgt werden.

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Das Projekt Hildchen – vom alten Manuskript zum neuen Buch

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Acht Karten, die Hildchen ihrem Geliebten, der sich in Gefangenschaft befand, schrieb. Schreibmaschine / Handschrift auf Papier, 10 x 15 cm. Die erste Karte ist mit dem 22. Juni 1946 datiert, die letzte mit dem 15.4.1948.

 

Ein neues Liebesobjekt – eines in zweierlei Hinsicht!

Ich freue mich heute ganz besonders, das schöne Projekt von Annette (30 Jahre) vorzustellen!

Annette schreibt an einem Buch über ihren Großvater. Grundlage sind ihr neben seinem unveröffentlichten Manuskript die liebevollen Karten, die ihm einst seine Frau Hildchen schriebt, als er sich in Gefangenschaft befand:

„Besonders innige Küsse und ein lieb Gedenken von Deinem Hildchen.“

„Das ist nur eine der vielen rührenden Grußformeln, die am Ende ebenso schöner Nachrichten stehen. Es ist der Abschiedsgruß einer Frau, die jemanden vermisst, die um die gemeinsame Zukunft mit ihrem Geliebten bangt und die ihrem Mann Kraft und Durchhaltevermögen zuspricht.

Die unglaubliche Macht der Worte wird durch die Karten, die diese Nachrichten um die halbe Welt brachten, besonders deutlich. Meine Großmutter gab sie mir eines Tages zusammen mit Fotos in einer kleinen braunen Kiste. Eine Art Heiligtum waren sie mir schon immer. Weil sie uralt sind, weil sie wunderschön geschrieben sind und weil sie mir meine Oma zeigen, wie ich sie nie kennenlernte – als junges Mädchen mit Zukunftsträumen. Heute beschäftige ich mich jedoch mehr mit der Vergangenheit meines Großvaters. Auch er lebt weiter in Worten, obwohl er schon längst tot ist. Ein persönlicher Bericht über seine Zeit in russischer Gefangenschaft, der es einst nicht bis zur Veröffentlichung schaffte, ist für mich zum täglichen Begleiter geworden. Ich habe fest vor, sein Vorhaben doch noch zu Ende zu bringen.

Und so fand auch das Bündel alter vergilbter Briefe wieder den Weg aus der Kiste. „In froher Erwartung sind meine Gedanken stets bei Dir und begleiten Dich auf Deinem Weg“ steht da. „Ich warte auf Dich!“ Die nüchternen Daten und russischen Schriftzeichen auf der Rückseite geraten angesichts so viel Liebe und Sehnsucht glücklicherweise in Vergessenheit.

Die Forschung verrät, dass ein Drittel aller Kriegsgefangenen auf sowjetischem Gebiet starben. Dass ausgerechnet mein Opa überlebte, ist – davon bin ich überzeugt – zu einem großen Teil den Karten zu verdanken. Den Karten mit ihren aufmunternden Worten und der starken Frau dahinter, die mein Opa brauchte, um durch eine schwere Zeit zu kommen. In einem Alltag, der aus Arbeit, die ihn zweimal fast umgebracht hat, mangelhafter Ernährung und Ungewissheit bestand, müssen diese Karten für ihn wie ein Atemzug für einen Ertrinkenden gewesen sein.“

Liebe Annette, Dir weiterhin viel Freude und Mut bei Deinem Projekt, dem ich weiterhin gespannt folgen werde!

Seit auch ihr interessiert, wie sich das Buch weiterentwickelt? – Dem „Projekt Hildchen“ könnt ihr hier folgen.