Liebe kann in verschiedenen Facetten vorkommen. Der Versuch einer Definition ist zumeist unzureichend, jedoch sind es oft familiäre, freundschaftliche oder romantische Intentionen, welche der Auslöser für die Beziehung sind.

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Offener Brief an meine Muse, Künstlerin & Freundin

Streichholzschachtel, bemalt. Zwei Anhänger mit einem Fenchel graviert, Silber. 2015

Streichholzschachtel, bemalt. Zwei Anhänger mit einem Fenchel graviert, Silber. 2015

Liebe Artista,

als ich das Päckchen in gewahr nahm, freute ich mich wirklich sehr. Eine Streichholzschachtel, in feines Papier gewickelt.

Und erst der Inhalt! Damit hast Du den Fenchel auf den Kopf getroffen: Ein silberner Anhänger mit einem gravierten Fenchel und zwei Fenchel-Armbänder. Die bemalte Schachtel setzt dem Geschenk noch den Fenchel auf.

Wunderschön!

Mein Logo! Ich freu mich wahnsinnig!

Ich kann Dich nur über den grünen Fenchel zu loben – was für ein Zufall und Glück, Dich kennengelernt zu haben!!

Doch Schluss jetzt mit Fenchel raspeln – ich will’s kurz halten, wie immer 😉 :

DANKE DIR für dieses wunderschöne Geschenk und Deine kontinuierliche Unterstützung in all meinen Themen!

Deine Luise

Fenchel_Armband

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Liebe = Wiese, Essen, Erzählen und Zuhören

T-Shirt, Aufnäher „LUO“. Größe M, 1996 Foto: Ekaterina Skerleva

T-Shirt, Aufnäher „LUO“. Größe M, 1996
Foto: Ekaterina Skerleva

Silke, 39 Jahre: Questi & Aggressively, Luo & Koya … die Spitznamen, die wir uns während unserer acht Jahre dauernden besten Freundschaft im Alter von 12 bis 20 gaben.

Wir liebten uns über alles und konnten nicht ohne einander sein.

„Liebe beste Freundin! Heute ist schon wieder Freitag und es ist echt (das stimmt vollkommen) keine Minute vergangen, in der ich nicht an Dich gedacht habe. Gestern waren wir in Venedig und ich habe mir ausgemalt, wie es wäre, wenn wir dort eine Woche eine Wohnung hätten und tun und lassen könnten, was wir wollten. Ach, das wäre so schön! In zweieinhalb Jahren sind wir endlich 18 und können allein in den Urlaub fahren! Ich freue mich so unendlich auf Dich! Ich will Dir einfach alles zeigen und erzählen und Deine Meinung wissen. Ich freue mich schon so wahnsinnig auf Dienstag – das wird so schön. Da setzen wir uns dann auf eine Wiese und essen und erzählen. Ich würde Dir schon so gerne sagen, was ich Dir zu Ostern schenke. Ich bin so eifersüchtig, weil Du der Christine den süßen Osterhasen geschenkt hast. So was Liebes würde ich nur DIR schenken, da werde ich dann immer misstrauisch und zweifle daran, ob Du mich auch wirklich so gern magst, wie ich Dich. Dann bin ich traurig und fange an zu grübeln und vermisse Dich wieder ganz stark. Also, denk mal nach und erkläre mir das, okay!

Deine in inniger Liebe an Dich denkende Luo“

Zu Ostern bekam ich dieses T-Shirt mit ihrem aufgenähten Namen – „Damit Du noch mehr an mich denkst!“

Heute, 25 Jahre später und 40 Jahre alt, finde ich die beiden Sätze in ihrer ganzen Schlichtheit wunderschön. Das vollkommene Glück der Kindheit und Jugend:

„Ich will Dir einfach alles zeigen und erzählen und Deine Meinung wissen.“

„Da setzen wir uns dann auf eine Wiese und essen und erzählen.“

Ja, das ist es!

Liebe = Wiese, Essen, Erzählen und Zuhören

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„Als Erinnerung an einen wunderbaren Menschen, der für immer in unseren Herzen sein wird“

Fotobuch "Lina L. – Ein Leben in Bildern"

Fotobuch „Lina L. – Ein Leben in Bildern“

Edwin Semke, 56: „Im Krieg lebte meine Mutter im Alter von zehn bis dreizehn Jahren bei Potsdam. Durch die Kriegswirren strandeten sie und ihre Mutter in Niemegk, einer Stadt im Süden des Landkreises Potsdam-Mittelmark in Brandenburg. Es war kurioserweise eine glückliche Zeit. Der Grund dafür war ihre Freundschaft mit Ursula, einem Mädchen aus der besagten Stadt.

Im Sommer 1945 wurden die beiden getrennt und wussten Jahrzehnte nichts von einander. Meine Mutter besuchte zwar die Stadt, damals noch DDR, und suchte nach Ursula, doch es hieß, sie wäre verstorben. Nach der Wiedervereinigung und dem Aufkommen des Internets recherchierten Kinder von Ursula und stießen auf eine Meldung, Lina L. wäre 75 geworden.

Meiner Mutter war zu der Zeit bereits ernsthaft krank und lag im Krankenhaus, die Lage war schwierig.

Etwa eine Woche vor ihrem Tod haben sich Ursula und meine Mutter verabredet, sie trafen sich im Krankenhaus zum ersten und letzten Mal.

Nach dem Tod unserer Mutter haben wir viele Fotos von ihr eingescannt und machten Ursula ein Geschenk – das Leben von Lina L. in Bildern. Das Album schickten wir per Post, Ursula war sehr gerührt und blieb uns bis zu ihrem eigenen Tod sehr verbunden.“