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Nostalgisch

Lag Januar und Februar 2015 in einem Tabakladen in Straßburg/Frankreich, Kugelschreiber auf Briefumschlag. 9,1 x 13,9 cm, 2015 Foto: Ekaterina Skerleva

Lag Januar und Februar 2015 in einem Tabakladen in Straßburg/Frankreich, Kugelschreiber auf Briefumschlag. 9,1 x 13,9 cm, 2015
Foto: Ekaterina Skerleva

Romain G. (Franzose! Wie sollte es anders sein!), 41 Jahre: Es war das erste Mal, dass ich in den Tabakladen bei mir um die Ecke ging, um Bonbons zu kaufen. Ich begann mit dem Besitzer ein Gespräch über meinen blauen Peugeot 504 aus dem Jahr 1973, in dem ich geboren wurde. Ich hege eine starke Sentimentalität für diese Zeit und sammle alles dazu.

Ich erzählte dem Verkäufer, wie ich kürzlich mit dem Wagen an eine Zapfsäule gerollt war. Der Zufall wollte es, dass ich von einer Wohnungsauflösung Geld im Handschuhfach hatte – einen Packen französischer Francs aus den Siebzigern. Ich hupte, wedelte mit den Geldscheinen und verhielt mich wie damals, als man im Fahrzeug verblieb und auf einen Tankwart wartete, der volltanken würde. Ich kam mir vor wie auf einer Reise mit der Zeitmaschine und amüsierte mich prächtig.

Während ich diese Geschichte erzähle, betritt eine Frau das Geschäft. Sie trägt einen Hut, strahlt – und haut mich sofort um.

Nachdem ich meine Schilderung beendet hatte, kommentiert sie lächelnd: „Sie sind ja wie Hibernatus aus dem Film mit Louis de Funès. Sie leben in einer anderen Zeit!“ Ich lächelte zurück und wusste nicht mehr weiter. Mir fehlten die Worte.

Ich wäre gerne noch geblieben, aber es handelte sich um einen Tabakladen und kein Café, von dem es auch weit und breit keines gab. Was tun?

Ich bot ihr ein Bonbon an. Klingt albern, aber ich habe die Theorie, dass jemand, findet er mich sympathisch, eines annimmt. Sie tat es wie folgt: „Sehr erfreut, Ihre Bekanntschaft zu machen!“

„Ganz meinerseits, chère Mademoiselle!“

Wir verließen den Laden und verabschiedeten uns mit einem Lächeln.

Zu Hause nahm ich einen meiner alten Geldscheine und schrieb auf einen Umschlag:

„Anbei ein freundliches Billett

in Erinnerung an unser

erstes Treffen.

Hibernatus“

Ich fügte meine Telefonnummer hinzu.

Der Tabakladenbesitzer erklärte mir später, dass sie nur selten vorbeikäme. Er versprach mir, ihr beim nächsten Mal den Umschlag zu übergeben.

Nachdem zwei Monate ohne Anruf verstrichen waren, ging ich in den Laden. Sie war nicht wieder gekommen.

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